Hauptprojekt

Migranten als politische Akteure (seit 2006)


Das Projekt

Im Kern versucht das Projekt herauszufinden, unter welchen Bedingungen Politikerinnen und Politiker mit Migrationshintergrund Abgeordnete werden, welche Rolle sie in der Politik (Parteien, Parlamente, Fraktionen) spielen und ob sich durch ihre parlamentarische Präsenz der politische Prozess und Politikergebnisse verändern. Dieser Frage soll international-vergleichend nachgegangen werden, wobei länderspezifische Unterschiede zwar berücksichtigt werden, das Herausarbeiten von allgemeingültigen Mustern jedoch von primärem Interesse ist.

Projektposter (2013)

 


Arbeitsschritte

1) Bestandsaufnahme der politischen Repräsentation von Migranten und ihren Nachkommen in Einwanderungsländern mit unterschiedlichen Migrationssystemen. Hierzu wird versucht, die gegenwärtige Präsenz von Personen mit Migrationshintergrund auf möglichst allen politischen Ebenen (national, regional, wo vorhanden: Europäisches Parlament, stichprobenartig: lokal) zu erfassen. Die Bestandsaufnahme für Deutschland wird am MZES geleistet, die Bestandsaufnahme in anderen Ländern erfolgt in Kooperation mit Partnerinnen und Partnern eines Netzwerks (s.u.).

2) Sammlung öffentlich verfügbarer biographischer und für die Parlamentsarbeit relevanten Informationen über die Abgeordneten mit Migrationshintergrund. Diese Sammlung erfolgt nach einem für den Ländervergleich harmonisierten Schema, das auch länderspezifische Informationen erfasst.

3) Gezielte Nachfrage in Form direkter Kontakte (schriftlich, fernmündlich, mündlich), um Informationslücken zu schließen und um mehr über den informellen politischen Prozeß sowie die Rolle der politischen Akteure in Erfahrung zu bringen.

4) Abschliessend soll eine schriftliche Befragung aller Abgeordneten mit Migrationshintergrund in den Partnerländern durchgeführt werden, zumindest auf der nationalen, ggf. auch auf sub- und supranationalen Ebenen.


Wissenschaftliche Workshops und Analysen:

Im Februar 2007 fand ein Workshop des Projekts am MZES der Universität Mannheim statt.

Im Mai 2007 fand ein Workshop der ECPR Joint Sessions of Workshops in Helsinki statt. Daraus entstand in gemeinsamer Herausgeberschaft mit Karen Bird und Thomas Saalfeld ein Buch.

Im Mai 2011 fand eine Research Session der ECPR in Florenz statt – diese führte zu konkreteren Kooperationsplänen, die im PATHWAYS Projekt mündeten, mit dem das Projekt “Migranten als politische Akteure” assoziiert ist.


Publikationen (begutachtete Publikationen unterstrichen)

Bücher

Bird, Karen, Thomas Saalfeld und Andreas M. Wüst (Hrsg.) (2011): The Political Representation of Immigrants and Minorities: Voters, Parties and Parliaments in Liberal Democracies. London: Routledge. [Routledge/ECPR Studies in European Political Science; 70]

Beiträge in Zeitschriften

Wüst, Andreas M. (2016): Incorporation beyond Cleavages? Parties, Candidates and Germany’s Immigrant-Origin Electorate, German Politics, 25 (3), 2016, in print.

Wüst, Andreas M. (2014): Immigration into Politics: Immigrant-origin Candidates and Their Success in the 2013 Bundestag Election, German Politics and Society 32 (3), 2014, 1-15.

Wüst, Andreas M. (2014): A lasting impact? On the legislative activities of immigrant-origin parliamentarians in Germany, The Journal of Legislative Studies 20 (4), 495-515.

Herbolsheimer, Florian W., und Andreas M. Wüst (2012): Migrationshintergrund: Fluch oder Segen bei der Ratswahl?, Stadtforschung und Statistik, 2, 8-12.

Schmitz, Constanze, und Andreas M. Wüst (2011): Was bewegt Politiker mit Migrationshintergrund? Befunde aus deutschen Großstädten. Zeitschrift für Parlamentsfragen, 42 (4), 822-834.

Wüst, Andreas M., und Thomas Saalfeld (2010): Abgeordnete mit Migrationshintergrund im Vereinigten Königreich, Frankreich, Deutschland und Schweden: Opportunitäten und Politikschwerpunkte. Politische Vierteljahresschrift – Sonderheft 44, 312-333.

Wüst, Andreas M., und Dominic Heinz (2009): La représentation politique des migrants en Allemagne. hommes & migrations, Heft 1227, 36-45.

Wüst, Andreas M. (2006): Wahl-Bürger. Eine halbe Million Wahlberechtigte in Baden-Württemberg haben ihre Wurzeln nicht in Deutschland. BwWoche, 55 (10), 10.

Wüst, Andreas M. (2006): Wahlverhalten und politische Repräsentation von Migranten. Der Bürger im Staat, 56 (4), 228-234.

Wüst, Andreas M. (2005): Einstellungen von Parlamentskandidaten gegenüber Einwandererminoritäten in Deutschland und den Niederlanden. Zeitschrift für Parlamentsfragen, 36 (1), 142-152.

Beiträge in Büchern

Wüst, Andreas M. (2014): Politische Repräsentation von Migranteninteressen, in Martin Morlok, Thomas Poguntke, Sebastian Bukow (Hg.): Parteien und Ausländer. Demokratische Partizipation in der Zuwanderungsgesellschaft, Baden-Baden: Nomos, 119-136.

Wüst, Andreas M. (2011): Migrants as Parliamentary Actors in Germany, in Karen Bird, Thomas Saalfeld, Andreas M. Wüst (Hg.): The Political Representation of Immigrants and Minorities: Voters, Parties and Parliaments in Liberal Democracies, London: Routledge, 250-265.

Karen Bird, Thomas Saalfeld und Andreas M. Wüst (2011): Ethnic Diversity, political participation and representation: a theoretical framework, in Bird et al. (Hg.): The Political Representation of Immigrants and Minorities: Voters, Parties and Parliaments in Liberal Democracies, London: Routledge, 1-21.

Thomas Saalfeld, Andreas M. Wüst und Karen Bird (2011): Epilogue: towards a strategic model of minority participation and representation, in Bird et al. (Hg.): The Political Representation of Immigrants and Minorities: Voters, Parties and Parliaments in Liberal Democracies, London: Routledge, 266-275.

Wüst, Andreas M. (2011): Politische Repräsentation von Migranten im Vergleich: Die Rolle von Parteien, in Wer gehört dazu? Zugehörigkeit als Voraussetzung für Integration. Gütersloh: Verlag Bertelsmann Stiftung, 117-135.

Wüst, Andreas M., und Constanze Schmitz (2010): Zwischen migrationsspezifischer Prägung und politischer Opportunitätsstruktur: Abgeordnete mit Migrationshintergrund in deutschen Parlamenten seit 1987, in Georg Weisseno (Hrsg.) Bürgerrolle heute: Migrationshintergrund und politisches Lernen. Bonn: Bundeszentrale für politische Bildung, 127-143.

Wüst, Andreas M., und Dominic Heinz (2009): Die politische Repräsentation von Migranten in Deutschland, in Markus Linden, Winfried Thaa (Hrsg.) Die politische Repräsentation von Fremden und Armen. Baden-Baden: Nomos, 201-218.


Finanzierung

Fellowship der VolkswagenStiftung (400.000 €), 2006-2014
Zwischenfinanzierung durch das MZES, Januar bis Juni 2006


Projektmitarbeiter/-innen

2010/11: Katja Borchers
2009/10: Constanze Schmitz
2007/08: Dominic Heinz


Partner im Netzwerk “Migrant Actors”

Prof. Dr. Hanna Bäck, Universität Lund, Schweden.
Prof. Dr. Karen Bird, McMaster University, Kanada.
Prof. Dr. Tor Bjørklund and Dr. Johannes Bergh, University of Oslo, Norwegen.
Prof. Dr. Graeme Hugo†, University of Adelaide, Australien.
Prof. Dr. Dirk Jacobs, UL and KU Brüssel, Belgien.
Dr. Marcelo Jenny, Universität Wien, Österreich.
Prof. Dr. Thomas Saalfeld, Universität Bamberg.
Prof. Dr. Jean Tillie, University of Amsterdam, Niederlande.


Für andere Projekte siehe Projekte am MZES.